Was ist Inkasso?

Quelle: http://www.hna.de/

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Als Inkasso wird das geschäftsmäßige Beitreiben beziehungsweise Einziehen fälliger Forderungen bezeichnet. Dieses erfolgt dann, wenn offene Rechnungen trotz vorheriger Mahnungen nicht beglichen wurden. Die Mahnungen sind hierbei nicht juristisch zwingend, aber üblich. Inkasso wird durch spezialisierte Unternehmen durchgeführt und unterliegt bestimmten Rechtsvorschriften.

Inkasso als Teil des Debitorenmanagements
Inkasso gehört zum Debitorenmanagement. Debitoren sind Schuldner (in der Regel Bezieher von Leistungen eines Unternehmens), die Forderungen des Unternehmens an sie werden durch die Debitorenbuchhaltung erfasst. Wenn diese überfällige Außenstände registriert, greift üblicherweise ein mehrstufiges Mahnwesen. Wichtig zu wissen: Eine Mahnung muss niemand aus rein rechtlichen Gründen verschicken. Eine Rechnung mit Fälligkeitstermin ist bindend, nach Ablauf des Termins ohne Zahlung des Schuldners kann der Gläubiger einen gerichtlichen Vollstreckungsbeschluss erwirken. Die Praxis sieht anders aus. Gläubiger mahnen mehrstufig, dann versenden sie manchmal einen gerichtlichen Mahnbescheid oder übergeben den Vorgang gleich einem Inkassobüro. Der Vorteil besteht hierbei in der Expertise der Inkassounternehmen, die mit Schuldnern beispielsweise Ratenzahlungen aushandeln, sie aber auch auf die Konsequenzen aus einer offenen Schuld hinweisen. Eine Teilaufgabe des Inkassos besteht darin, mit Schuldnern, die gleichzeitig wichtige, dauerhafte Kunden des Unternehmens sind, eine ausgewogene Geschäftsbeziehung zu erhalten. Der Kunde kann vorübergehend in Schwierigkeiten geraten sein und keinesfalls vorsätzlich und böswillig die Zahlung verweigern. Inkasso muss sich übrigens nicht nur an Unternehmenskunden richten, auch unter Privatleuten werden offene Schulden so beigetrieben.

Outsourcing des Inkassos
Rein theoretisch könnte ein Gläubiger sein Inkasso auch selbst durchführen. Die Beauftragung des Inkassobüros bringt aber diverse Vorteile mit sich:

  • Kostenersparnis
  • Kompetenzen des Dienstleisters
  • Effizienz
  • Erhalt stabiler Geschäftsbeziehungen zwischen Gläubiger und Schuldner
  • Rechtssicherheit

Effektives Inkasso bedarf bestimmter Kenntnisse und Fähigkeiten. Unternehmen, die ihr Mahnwesen, die gesamte Debitorenbuchhaltung und schließlich sogar das Inkasso selbst betreiben, müssen hierfür erhebliche Ressourcen aufwenden. Das lohnt sich oft nicht einmal für Mittelständler oder Großunternehmen. Schließlich ist nie klar, welcher Kunden auf einmal nicht zahlt und um welche Summen es geht. Manchmal fallen monatlich solche Fälle an, dann wieder ein Jahr lang gar nicht.

Vorgehensweise beim Inkasso
Ein Inkassounternehmen wendet sich höflich und im Ton einer Mahnung an den Schuldner, setzt Fristen für die Begleichung des Außenstandes und bietet Verhandlungen an. Gleichzeitig verweist es auf die Kosten, die der Schuldner zu tragen hat. Diese Kosten sind ebenfalls einklag- und damit vollstreckbar, wenn der Schuldner nicht insolvent ist. Seriöse Inkassounternehmen sind für ihre Auftraggeber und die Schuldner in der Regel an einer Verbandsmitgliedschaft zu erkennen. Sie erklären offene Forderungen zum Inkassofall, prüfen diesen und veranlassen gegebenenfalls gerichtliche Mahnbescheide. Sollte diesen widersprochen werden, erfolgt die Klage, anschließend wird bei Nichtzahlung vollstreckt. Der Schuldner wird durch das Inkassounternehmen über den Verfahrensgang vorab informiert, außerdem bietet man ihm Ratenzahlungen an. Gute Inkassounternehmen haben auf diese Weise eine Erfolgsquote von rund 80 – 90 % und auch darüber.

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